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Meine Roller Touren 2008

roller touren 2008

"I was riding
Riding on a bike
Me with my friend
We're so alike"

[Red Hot Chili Peppers]




März 2008

Die schreckliche rollerlose Zeit ist ja nun vorbei, wenn jetzt auch das Wetter mitspielen würde (und auch der im März fällige TÜV seinen Segen gibt), dann steht einem erfolgreichen Saisonstart nichts mehr im Wege. Und den Winter habe ich genutzt, um eifrig Pläne zu schmieden und Landkarten zu studieren - mal schauen welche "Tourenträume" heuer verwirklicht werden können!



Unterwegs
UnterwegsUnterwegs



Mai 2008: Tagesausflug nach Berchtesgaden

Rosenheim - Achenmühle - Frasdorf - Aschau - Bernau - Reit im Winkl - Schneizlreuth - Schwarzbachwachtsattel - Ramsau - Berchtesgaden - Obersalzberg - Roßfeld Panoramastraße [1543m]- Königsee - Schönau - Schneizlreuth - Inzell - Traunstein - Seebruck/Chiemsee - Bad Endorf - Rosenheim

Gemeinsam mit meiner Frau habe ich diese wunderschöne Tagestour unternommen (rund 250km), leider ohne Bilder da Kamera vergessen. Zuerst parallel zur Autobahn auf wenig befahrenen Landstraßen, dann auf der Deutschen Alpenstraße über Reit im Winkl durch das Naturschutzgebiet Östliche Chiemgauer Alpen, vorbei an den landschaftlich schön gelegenen Seen Weitsee und Lödensee. Über den Schwarzwachtsattel geht es Richtung Berchtesgaden und dort mit einer längeren Steigung von 24% auf den Obersalzberg mit seinem Dokumentationszentrum. Anschließend sollte man sich die Roßfeld Panoramastraße nicht entgehen lassen - die Scheitelstrecke führt auf knapp 1550m Höhe an einem Grat entlang und bietet herrliche Ausblicke sowohl auf das Voralpenland wie auch auf viele Alpengipfel. Bei unserem Besuch lag noch meterweise Schnee neben der Straße, daher mußte der geplante Besuch des spektakulären Kehlsteinhauses ausfallen, da dieses noch geschlossen war.

Nachdem wir ausgiebig die Aussichten genossen hatten, ging es mit einem kurzen Stopp am Königssee über Schneizlreuth und Traunstein sowie am Chiemsee entlang (mit schöner Abendstimmung) zurück Richtung Heimat.




Mai/Juni 2008: Die Sommertour ist derzeit in Arbeit, bitte noch etwas Geduld!






Oktober 2008: Kurztour ins herbstliche Veneto

Im Herbst konnte ich mir noch ein paar Tage freimachen und entschloß mich, die italienische Provinz "Veneto" (Venetien oder Venezien) zu erkunden. Das Wetter war die ersten beiden Tage zwar durchwachsen, aber ich konnte dennoch interessante neue Eindrücke sammeln. Venedig kannte ich schon von früheren Reisen, daher habe ich diesmal die Stadt selbst nicht besucht und daher gibt es dazu auch keine Informationen in meinem Bericht. Bitte entschuldigt auch die schlechte Qualität der Photos; ich hatte nur eine uralte "normale" Kamera zur Verfügung, und auch der Film scheint schon etwas älter gewesen zu sein, die meisten Fotos waren nach der Entwicklung leider unbrauchbar ...



Tag 1: Walchsee - Kössen - Kitzbühel - Felbertauerntunnel - Gailbergsattel (982m) - Plöckenpaß (1360m) - Gemona del Friuli - Osoppo - Dignano - San Vito di Tagliamento - Portogruaro - Eraclea - Jesolo - Punta Sabbioni; 420 km

Bei nasskaltem Wetter ging´s los. Die Straßen waren noch feucht vom nächtlichen Regen, aber ich kam dennoch zügig voran. Auf der italienischen Seite des Plöcken wurde es von Meter zu Meter wärmer, und ich konnte mich langsam von mehreren Schichten Kleidung trennen. Ein kurzer Cappuccino-Stopp in Gemona - Orientierungsprobleme in Portogruaro - anschließend kilometerlang von Pappeln gesäumte Alleen - die letzten Kilometer Richtung Punta Sabbioni dann langweilig. Am Abend erreichte ich den Campingplatz Miramare, der als einziger in der Gegend noch geöffnet hatte. Das Einchecken ging schnell, ich bekam einen Stellplatz zugewiesen (was ich eigentlich nicht so gerne habe, aber der Stellplatz war in Ordnung) und Informationsmaterial für Venedig. Ganz leer war der Campingplatz nicht, aber Venedig ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, das hat sich anscheinend rumgesprochen.

Der Campingplatz liegt günstig für einen Besuch Venedigs, etwa 700 m vom Fähranlieger für die Fähren nach Venedig oder zu den Inseln in der Lagune entfernt. Obwohl am Meer liegend, ist Baden direkt am Campingplatz nicht möglich, da dort derzeit (und wohl noch einige Jahre) ein Teil des gigantischen Sperrwerks "MOSE" zum Schutz der Lagune Venedigs gebaut wird. Zum Baden müsst Ihr gut zwei Kilometer nach Süden Richtung Leuchtturm gehen oder besser fahren, da die Strecke immer den Bauzaun entlang derzeit doch ziemlich eintönig ist. Der Strand mit feinem Sand ist aber weitläufig und schön breit.


Tag 2: Jesolo - Caposile - Musile - Fossalta - Maserada - Spresiano - Montebelluna - Il Montello - Nervesa - Cornuda - Valdobbiadene - Follina - Passo di San Boldo (Sant´Ubaldopass, 706m) - Campedei - Pranolz - Valmorel - Tassei - Belluno - Lago di Santa Croce - Vittorio Veneto - Conegliano - Oderzo - San Dona - Jesolo - Punta Sabbioni; 360 km

Bei bedecktem Himmel ging´s immer in Nähe des Flusses Piave Richtung Norden. Die Anfahrt zog sich doch ziemlich in die Länge, ich mußte ja auch unbedingt die kleineren Straßen nehmen und verfuhr mich auch dementsprechend oft. Nahe Montebelluna dann die erste Erhebung: die Hügelkette "Il Montello", mit dichtem Wald bedeckt und mit einigen netten Kurven. Überall Hinweise zu Schlachtfeldern des 1. Weltkriegs, die gesamte Gegend war ja in dieser Zeit heftig umkämpft zwischen den Österreichern und Italienern. Das Kriegerdenkmal in Nervesa hatte leider geschlossen, so fuhr ich gleich weiter zum nächsten Höhepunkt. Über Valdobbiadene (berühmt für seinen Prosecco) Richtung Follina (dort einige Stellen mit wunderschönem Blick auf die Piave und Il Montello) und anschließend hoch zum Passo di San Boldo oder Sant´Ubaldopass. Die Besonderheit dieses Passes sind mehrere Kehrtunnels, durch die sich die wenig frequentierte Straße in die Höhe schraubt. Leider sind die Fotos dieses Tages alle nichts geworden, daher folgender Link für einen Eindruck dieses einzigartigen Passes: http://www.tourenland.de/paesse/boldo.htm

Kurz nach der Passhöhe bin ich dann rechts abgebogen und auf einsamen schmalen Sträßchen (z.T. geschottert) Richtung Nevegal getuckert, schön langsam und mit häufigen Stopps, um die Ruhe und Stille dieser Landschaft zu genießen. Nach Tassei war die Straße zum Nevegal leider gesperrt, daher fuhr ich runter ins Tal nach Belluno und von dort auf der 51 über den Lago di Santa Croce (von dem sah ich leider nicht viel, da es inzwischen neblig geworden war und nieselte) und Vittorio Veneto (mit Zwangspause wegen Staus) zurück nach Punta Sabbioni.


Lio Piccolo Lagune
Lio PiccoloLio PiccoloLaguneIn der Lagune




Tag 3: Tre Porti und Lio Piccolo; 60 km

Heute hatte ich keine Lust auf lange Rollerfahrten und fuhr daher zuerst nur "um die Ecke" nach Tre Porti, um dort erstmal gemütlich Italienisch zu frühstücken (Café oder Cappuccino und Brioche oder Cornetto) und Leute zu beobachten. Da war dann der Vormittag schon fast vorüber. Und gemütlich ging´s auch weiter: weiter in die Lagune hinein nach Lio Piccolo (dort kann man den Kirchturm besichtigen mit wunderschönem Blick auf Lagune und die Inseln) und noch ein Stück weiter bis zum Ende der Straße. Ab und zu führen Wege die Dämme entlang noch weiter hinein in die Lagune und in eine ganz andere Welt als der Trubel Venedigs. Mal ein Fischer mit seinem Boot, hier ein Segler auf spiegelglattem Wasser, das sich in der Ferne mit dem Dunst vermischt und so ein Gefühl der Weite erzeugt.



Region Monte Grappa Schützengraben
Region Monte GrappaRegion Monte GrappaSchützengrabenSchützengraben



Tag 4: Jesolo - Caposile - Musile - Fossalta - Maserada - Via Postumia - Castelfranca - Cornuda - Pederobba - Monte Tomba - Monte Pallon (1305m) - Cima della Mandria (1482m) - Monte Grappa (1745m) - Feltre - Cornuda - Montebelluna - Treviso - Meolo - Jesolo - Punta Sabbioni; 330 km

Heute riefen wieder die Berge, und so machte ich mich auf die doch etwas beschwerliche Anfahrt über Jesolo Richtung Norden. Bei Maserada hatte auf der Karte eine schnurgerade Straße mein Interesse geweckt: die "Via Postumia", eine alte Römerstraße. Leider sah die Wirklichkeit nicht sehr römisch aus. Zwar führt die Straße rund 30 Kilometer fast schnurgerade nach Westen, ist aber gut ausgebaut und meist stark befahren. Unterführungen und Umfahrungen von Orten sorgten zudem dafür, dass kein richtiges "Cruiser-Feeling" aufkam.

Macht nichts, der eigentliche Höhepunkt des heutigen Tages kam ja noch: die Bergkette westlich von Pederobba mit dem Monte Grappa nördlich von Bassano. Ich nahm den Weg ab Pederobba hoch zum Monte Tomba und über Monte Pallon und Cima della Mandria weiter zum Monte Grappa. Als erste Erhebung nach der Ebene Venedigs bietet sich dort bei klarem Wetter (das ist allerdings eher selten) ein grandioser Blick Richtung Süden auf die Ebene bis hin nach Venedig und zum Meer.

Da auch diese Gegend im 1. Weltkrieg heiß umkämpft war, sieht man an jeder Ecke Hinweise auf diese Zeit und Gedenkstätten oder Denkmäler. Auch in der Landschaft sind noch häufig Reste des Kriegs und der Kämpfe sichtbar, so etwa alte Schützengräben. Wer mit offenen Augen durch das Gelände fährt oder geht, kann z.B. Berghänge erkennen, die mit Granatkratern übersät sind, oder in die Felsen gehauene Versorgungswege. Wenn man sich mit der Geschichte dieser Zeit beschäftigt, sieht man schnell, wie sinnlos und menschenverachtend dieser Krieg auch in dieser Region war.

Bei Interesse an weiteren Informationen zu diesem Thema: Ein Wikipedia-Artikel über den Monte Grappa findet sich hier (mit weiterführenden Links zur Italienfront im 1. Weltkrieg). Die Schlacht von Vittorio Veneto ist bei Wikipedia hier beschrieben (ebenfalls mit weiterführenden Links). Fotos von Bunkeranlagen und Festungen vom Ersten Weltkrieg in den Alpen finden sich auf dieser Seite.

Nachdenklich verließ ich den Monte Grappa Richtung Feltre und fuhr von dort in einem Bogen über Cornuda und Treviso zurück nach Punta Sabbioni. Ich musste während der gesamten Rückfahrt daran denken, welches Glück wir haben, nicht direkt von einem Krieg betroffen zu leben und solche schöne Gegenden auf dem Rücken eines Rollers bereisen zu dürfen.


Tag 5: weiterer Besuch der Lagune und Faulenzen am Strand

Am Morgen Nebel, der aber schnell verschwindet. Spätes Frühstück in meiner "Stammbar" in Tre Porti, anschließend fahre ich nochmals Richtung Lio Piccolo und weiter in die Lagune. Als es nicht mehr weitergeht, stelle ich den Roller ab und wandere auf den Deichen immer tiefer in die Lagune. Ich genieße die Stille (ab und zu gestört von startenden Flugzeugen des nahen Flughafen Venedigs) und beobachte Kraniche, Reiher und andere Vögel.

Am Nachmittag lege ich mich an den Strand am Leuchtturm von Punta Sabbioni und tanke Wärme für die morgige Heimfahrt. Vorher gönne ich mir aber noch einmal ein ausgiebiges Abendessen in der Trattoria "Belvedere", gut hundert Meter nördlich des Fähranliegers in Punta Sabbioni bzw. eigentlich schon in Lio Grando. Dort gibt es leckere Spezialitäten aus der Region, die den etwas längeren Fußmarsch vom Campingplatz her meiner Meinung nach allemal wert sind. Die beiden anderen Restaurants in der Nähe des Miramare (das eine einige Meter südlich Richtung Strand, das andere wenige Meter nördlich Richtung Fähranlieger) fand ich in Ordnung, boten aber meines Erachtens nur italienische Durchschnittsküche.



Drei Zinnen
Drei ZinnenDrei Zinnen



Tag 6: Jesolo - Caposile - Musile - Oderzo - Conegliano - Vittorio Veneto - Lago di Santa Croce - Longarone - Pieve di Cadore - Auronzo di Cadore - Col Sant´Angelo (Misurinapass, 1757m) - Toblach - Lienz - Felbertauerntunnel - Kitzbühel - Kössen; 460 km

Viel zu früh musste es wieder nach Hause gehen. Bei wunderschönem Wetter machte ich mich auf den jetzt schon bekannten Weg Richtung Norden. Der altbekannte Stau in Vittorio Veneto war irgendwann auch überwunden, und diesmal sah ich auch etwas vom Lago di Santa Croce. Unter einem wolkenlosen Himmel ging es flott nordwärts. Der Passo di Zovo war leider gesperrt (zuerst hatte ich stundenlang die Abfahrt in Auronzo di Cadore gesucht), daher ging´s über den Misurinapass (mit grandiosem Blick auf die Drei Zinnen) ins Pustertal. Hinter Lienz wurde es dann im Schatten ziemlich frisch (also den letzten Pullover angezogen), und ich war erstmals froh, in den Felbertauerntunnel einfahren zu können, da es drinnen doch um einiges wärmer als draußen war. Auf dem Anstieg zum Pass Thurn konnte ich mich dann nochmals an den letzten Sonnenstrahlen wärmen, bevor die Kälte wieder von mir Besitz ergriff und mir die letzten Kilometer verleidete.









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